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Posts Categorized : Diversity

Preisverleihung im Rahmen des Schulwettbewerbs fair@school. Schulen gegen Diskriminierung.
Schulwettbewerb fair@school

Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken, Diskriminierung verhindern – diese Werte im Schulleben zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs „fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“. In Berlin haben die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag jetzt drei vorbildliche Schulprojekte ausgezeichnet, die sich gegen Diskriminierung und für Vielfalt im Schulalltag einsetzen.

Der erste Preis in Höhe von 3.000 Euro geht an die Berliner Kurt-Schwitters-Gesamtschule mit ihrem „Respekt-Club“. Der Club setzt sich für eine Wertschätzung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Mit verschiedenen kreativen Projekten und Aktionen laden die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte des Clubs dazu ein, sich mit der Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen zu befassen. Das Thema der sexuellen Vielfalt wird mittlerweile auch regelmäßig im Unterricht zum Thema; der Club ist fester Bestandteil des Schulalltags.

Der zweite Preis in Höhe von 2.000 Euro geht an die saarländische Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Nonnweiler-Primstal. Die AG „Multimediale und inklusive Erinnerungsarbeit: Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ hat nicht nur eine Ausstellung zu jüdischem Leben in der Gemeinde entwickelt, sondern das Projekt gemeinsam mit blinden Schülerinnen und Schülern aus einer benachbarten Schule erarbeitet, um es barrierearm zu machen.

Den dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro erhielt das Projekt „Laut:::stark“ der hessischen Schule am Goldberg in Heusenstamm. In einer jährlichen Woche zum Thema sowie in Schulpausen trainieren die Kinder und Jugendlichen der Förderschule, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden, selbstbewusst aufzutreten und sich im Notfall zur Wehr zu setzen. Dabei wird genau auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Diskriminierungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler eingegangen und auch das Miteinander gefördert.

Die eingereichten Schulprojekte des Wettbewerbs fair@school wurden vom Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim begutachtet. Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Sozial- und Bildungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern entschied über die Preisträger.

Die Preise wurden in einer Feierstunde im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verliehen. Die Moderation übernahm Eric Mayer (pur+, ZDF/Kika), die Musikbegleitung die Kölner Band „Und wieder Oktober“.

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Forschung Made in Niedersachsen: Integration und Vielfalt

Rund 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Kriege und Krisen im Nahen und Mittleren Osten sowie auf dem afrikanischen Kontinent haben die Situation im Jahr 2015 weiter verschärft. Auf oftmals gefährlichen Wegen versuchen viele Flüchtlinge die europäischen Staaten und vor allem Deutschland zu erreichen. In den vergangenen Monaten haben die Menschen in der Bundesrepublik viel Hilfsbereitschaft gezeigt. Gleichzeitig stellt die enorme Dynamik der Flüchtlingsbewegung Bund, Land und Kommunen vor große organisatorische und politische Herausforderungen. Zudem erfolgt in der Gesellschaft eine kontroverse Auseinandersetzung zum Umgang mit Flüchtlingen. Neben Willkommenskultur und Mitmenschlichkeit erleben einige Flüchtlinge auch Ablehnung und Fremdenhass.

Deutschland ist ein Einwanderungsland, die Vielfalt der Kulturen ist bereits seit langer Zeit gelebte Realität. Aber wie kann Integration angesichts der hohen Flüchtlingszahlen in so kurzer Zeit gelingen? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler niedersächsischer Universitäten und Forschungseinrichtungen werden in dieser Veranstaltung aus der Reihe „Forschung Made in Niedersachsen“ vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsschwerpunkte über das Thema „Integration und Vielfalt“ berichten und mit dem Publikum über aktuelle Fragen ins Gespräch kommen.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić lädt herzlich ein, an diesem Dialog mit der Wissenschaft teilzuhaben!

3. Mai 2016, 18:00 – 19:30 Uhr

Ort: Altes Rathaus Hannover, Karmarschstraße 42 30159 Hannover
Festsaal (Eingang über Köbelingerstraße)

Programm

 

Begrüßung

Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Beiträge der Wissenschaft

Prof. Dr. Cordula von Denkowski, Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales, Hochschule Hannover
Prof. Dr. Viola Georgi, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Universität Osnabrück
Prof. Dr. Hannes Schammann, Institut für Sozialwissenschaften, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Thomas Groß, Fachbereich Rechtswissenschaften, Universität Osnabrück

Gespräch mit der Wissenschaft

Moderation: Tim Schlüter

 

zur ANMELDUNG

 

KONTAKT

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Kurt B. Neubert
kurt.neubert@mwk.niedersachsen.de
Tel.: 0511 / 120 – 2513

 

Zwischen Kunst und Politik. Kulturprojekte mit Flüchtlingen: Ausstellungsprojekt mit performativen und musikalischen Beiträgen
Zeichner: Alex Jordan

Zeichner: Alex Jordan

Termin: Mittwoch, 27. Januar 2016, von 16:00-19.00  Uhr
Wo? im Burgtheater (Hs 52/001) auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim

Info: Die Flüchtlingspolitik Deutschlands und Europas ist ein heftig diskutiertes Thema, nicht nur in Politik und Medien, sondern auch unter Künstler_innen und Aktivist_innen. Im Seminar „Zwischen Kunst und Politik. Kulturprojekte mit Flüchtlingen“ haben sich Studierende des Instituts für Sozialwissenschaften und des Instituts für Kulturpolitik auf die Suche nach künstlerischen Projekten gemacht, die Menschen mit Fluchterfahrungen zum Ausgangs- und Mittelpunkt ihrer Arbeit machen. Welche Ideen werden wo umgesetzt? Welche Haltungen im Umgang miteinander lassen sich in ihnen nachweisen? Verändern sich die Akteure im Laufe der Zeit? Gibt es Anbindungen an Kultur- und Bildungsinstitutionen?

In Kleingruppen haben die Studierenden ausgewählte Projekte in der Tiefe analysiert und dazu auch mit den Protagonisten Kontakt aufgenommen. Die Ergebnisse der systematischen Untersuchung haben sie als eignes künstlerisches Projekt aufbereitet: In einer Ausstellung mit performativen und musikalischen Beiträgen, begehbaren Installationen, Audio- und Filmeindrücken wird erlebbar wie Kunst und Kultur sich derzeit in der Flüchtlingsdebatte positionieren. Die Ausstellung findet ausschließlich am 27. Januar 2016 von 16:00 bis 19:00 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Geleitet wird das Seminar von Prof. Dr. Hannes Schammann vom Institut für Sozialwissenschaften und Nina Stoffers vom Institut für Kulturpolitik.

 

 

 

Übernommen von hier.

Israel, Haifa: Beit HaGefen - Jewish-Arab Culture Center. Das Kulturzentrum setzt sich für die Schaffung von gemeinsamen und gleichberechtigten Räumen ein, die die Vielfalt der Identitäten und Kulturen berücksichtigen. Foto (2014): Manuela Mangold
Diversity-Tag: Religiöse Vielfalt in Schulen
Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. In einer Podiumsdiskussion an der Universität sprechen Fachleute am Donnerstagabend, 12. November 2015, über religiöse Vielfalt im Schulalltag.

 

Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. „Lehrerinnen und Lehrer müssen vor allem Gelegenheiten haben, sich in Studium und Praxis mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen intensiv zu beschäftigen, zum Beispiel im Rahmen von Seminaren zur Interkulturellen Schul- und Unterrichtsentwicklung, so wie wir sie an der Universität Hildesheim anbieten.“ Dabei gehe es um die Reflexion der „eigenen“ religiösen und kulturellen Prägung, so Georgi, aber auch um das Wahrnehmen und Kennenlernen von religiösen Traditionen und Praxen, mit denen man nicht so vertraut ist. „Wir wollen die Neugier der Studierenden wecken, Kenntnisse vermitteln und interkulturelle Kompetenzen fördern.“

Viola Georgi leitet an der Hildesheimer Universität das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Jährlich lädt sie mit ihrem Team zum „Diversity-Tag“ ein. Fachleute, Lehrende und Studierende tauschen sich aus, im Vorjahr haben sie sich mit dem Themenfeld „Mehrsprachigkeit“ auseinandergesetzt. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, berichteten zum Beispiel in einer Ausstellung über ihren Alltag und ihre Sprachen. In diesem Jahr befassen sich die Wissenschaftlerinnen  mit der religiösen Vielfalt an Schulen und laden am Donnerstagabend, 12. November 2015, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert (PDF) im neuen Forum am Universitätsplatz 1 ein.

Am Freitag tauschen sich 20 namhafte Experten und Expertinnen aus dem Bereich der Religionswissenschaften und der Interkulturellen Bildung aus. Gemeinsam mit dem Europarat, dem „European Wergeland Centre“ und der „Coordinating Group for Religion and Education in Europe“ (CoGREE) lädt das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim zu einer nichtöffentlichen „Nationalen Konsultation“ (PDF) ein.

Die Fachleute diskutieren, wie man der religiösen Pluralität im Klassenzimmer gerechter werden kann. „Gerade angesichts der derzeitigen Neuzuwanderung von Menschen mit vornehmlich muslimischen religiösen Prägungen rückt die Frage nach der Rolle von Religion und ihrer Vermittlung erneut ins Zentrum gesellschaftspolitischer Debatten“, sagt Viola Georgi. Deutschland habe, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, etwa im Vergleich zum laizistisch geprägten Frankreich, „ein sehr spezielles Modell von schulischem Religionsunterricht“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Religion sei in Frankreich Privatangelegenheit und wird daher nicht als Fach in der Schule unterrichtet. „In Deutschland findet religiöse Unterweisung in der Schule statt und wird zudem konfessionell unterrichtet. Angesichts der rasanten Diversifizierung religiöser Gruppen und Glaubensgemeinschaften sowie starken Säkularisierungsprozessen werden wir im Rahmen der Nationalen Konsultation diskutieren, wie zeitgemäß dieses Modell religiösen Lernens ist. Es muss gefragt werden, ob Ethikunterricht und Religionskunde oder ein integrativer Religionsunterricht, der Schülerinnen und Schüler aller Glaubensrichtungen einbezieht, nicht eine inklusivere Alternative für Religionslernen in der Einwanderungsgesellschaft darstellen könnte. Wir wollen nach den Zusammenhängen von interkultureller und interreligiöser Bildung fragen und dabei die Chancen und Rahmenbedingungen für gelebte religiöse Vielfalt in der Schule ausloten, aber auch Konfliktfelder und Fallstricke benennen“, sagt die Professorin.

Im Rahmen des Symposiums werden die Fachleute ein neues Konzept des Europarates beraten und Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Implementierung dieses Konzeptes für den deutschen Kontext formulieren.

Die öffentliche Podiumsdiskussion „Religion und Schule: Kontroversen – Standpunkte – Perspektiven” beginnt am Donnerstag, 12. November 2015, um 18:00 Uhr im neuen Forum am Universitätsplatz 1. Es diskutieren die Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track (Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers), Annett Abdel-Rahman (Universität Osnabrück), Theologieprofessor Martin Schreiner (Stiftung Universität Hildesheim), Riem Spielhaus (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen Centre for Islam & Law in Europe) sowie Professor Wolfram Weiße (Universität Hamburg, Akademie der Weltregionen). Professorin Viola B. Georgi (Zentrum für Bildungsintegration, Stiftung Universität Hildesheim) und Peter Schreiner (Comenius-Institut, Münster, Coordinating Group for Religion in Education in Europe) moderieren die Diskussion.

Anschließend geben Maximilian Guth und Ehsan Ebrahimi Einblicke in ein interkulturelles Musikprojekt für Chor und Instrumentalensemble.
Von: Pressestelle, Isa Lange

Übernommen von hier.

 

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim
Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe.

Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können.” Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren.” Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.
Aktuelle Neuigkeit – Universität Hildesheim
Sonntag, 19. April 2015   / 10 Tage

Die Studentin Lisa zeigt Sudierenden mit Fluchterfahrung den Campus der Uni Hildesheim. Mehrere Lehrende und Studierende arbeiten mit Asyl e.V. zusammen, um Flüchtlinge auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen. Sprach- und Integrationskurse sollen das Ankommen erleichtern: Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien und Flüchtlinge stoßen aber auf strukturelle Barrieren, darauf weisen die Professorinnen Viola Georgi und Kirsten Scheiwe hin. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim
Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung

Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe.

Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können.” Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren.” Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.

An der Universität Hildesheim diskutieren am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Migrantenkindern, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Es werden etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erwartet, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim und Berlin. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es dringend notwendig ist, konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten”, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi.

Im Schwerpunkt „Ankommen und Weiterkommen“ sprechen Forscher am Freitagnachmittag mit jungen Flüchtlingen, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und mit einer Schulleiterin einer Hildesheimer Grundschule. Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, äußert sich zum Thema und diskutiert mit Nurjana Arslanova, die die Hälfte ihres Lebens im Flüchtlingslager verbracht hat und keine Ausbildung beginnen durfte, nun macht sie ihr Fachabitur. Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik, moderiert das Panel. Die Teilnahme an dieser öffentlichen Diskussion am Freitag , 24. April 2015, um 14:00 Uhr ist ohne Anmeldung möglich. Die Plätze an den weiteren Programmpunkten der Konferenz sind begrenzt, eine Teilnahme ist noch vereinzelt nach Anmeldung möglich (Email: presse@uni-hildesheim.de).

Zur Konferenz laden das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften” und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte ein. Auf der Konferenz spricht Professor Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit und Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte der Universität Erlangen-Nürnberg über Menschenrechte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Dokumentarfilmerin Jutta Neupert zeigt den Dokumentarfilm „Familien auf der Flucht – von Syrien nach Deutschland“.

In Hildesheim – wo auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen seinen Sitz hat – haben Mitglieder der Universität Hildesheim gemeinsam mit dem Verein Asyl e.V. zum Sommersemester eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlinge in ihren Bildungswegen zu unterstützen. Die Studentin Vanessa Gauer vom „Anker-Peer-Programm” der Uni begleitet gemeinsam mit weiteren Kommilitonen die Studierenden mit Fluchterfahrung. Die Studentinnen zeigen den Flüchtlingen in Campusführungen die Universität, bilden Tandems, um die Alltagssprache zu lernen, kennen Unterstützungsprogramme und stellen den Kontakt zu Lehrenden her. Die Studieninteressierten unter anderem aus Afghanistan, Syrien und Sudan haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse.

Programm und Kurzinfo zu den Vortragenden als PDF

Wann und Wo? Konferenz „Recht – Bildung – Migration. Das Menschenrecht auf Bildung im Kontext von Migration und Integration”, 23. und 24. April 2015, Universität Hildesheim, Bühler-Campus

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)
Von: Pressestelle, Isa Lange

 

Übernommen von hier.

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Bildungswege von Flüchtlingen: Was können Unis tun?

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Um Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen zu unterstützen, könnten Studierende „von Mensch zu Mensch” helfen, sagt die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Eine besondere Rolle komme dabei dem Spracherwerb und den Künsten zu. Am Rande einer Konferenz über das Recht auf Bildung an der Universität Hildesheim sprach Isa Lange mit der Migrationsbeauftragten.

 

Wenn wir über Bildungswege von Flüchtlingen sprechen, was erhoffen Sie sich von Universitäten? Welche Rolle spielen die Hochschulen, was beobachten Sie in Niedersachsen?

Doris Schröder-Köpf: Es gibt einige sehr schöne Initiativen, wie Universitäten sich öffnen für Flüchtlinge, um ihnen aus der Perspektiv- und Betätigungslosigkeit rauszuhelfen, etwa in Lüneburg. Das ist ein erster Weg, dass sich die Studierenden selber bemühen, um junge Leute, die in Herkunftsländern schon ein Studium aufgenommen haben, und die das aufgrund ihrer Lage erstmal nicht weitermachen können.

Was können Studierende tun?

Durchaus auch von Mensch zu Mensch helfen, einzelne ansprechen. Wo sind Menschen mit Fluchterfahrung, die weitermachen möchten, wie können wir ihnen Teilnahme an Kursen an der Uni ermöglichen? Sie können zum Beispiel beim Deutschlernen helfen.

An der Hildesheimer Universität begleiten seit Sommersemester im „Schnupperstudium” einige Lehrende und Studierende junge Erwachsene mit Fluchterfahrung, zeigen den Campus, beraten bei der Suche nach Seminaren. Einige Studenten haben Tandems gebildet, um mit den Flüchtlingen auch an der Alltagssprache zu arbeiten, was man in üblichen Sprachkursen nicht lernt. In Seminaren hat man es dann aber mit Fachsprache zu tun…

Natürlich ist die fachspezifische Frage eine große Herausforderung. Ich habe das selber kennengelernt, habe in den Vereinigten Staaten gelebt. Als ich dort schwanger wurde und ein Kind bekommen habe und Kinderarztbesuche machen musste, hat mir das Vokabular für Kinderkrankheiten völlig gefehlt. Wie viel schwieriger muss es sein, wenn man Physik, Chemie oder vergleichende Literaturwissenschaft studiert und es fehlt einem das Vokabular für genau diesen Bereich? Da reicht nicht mehr der Wortschatz, um Brötchen einzukaufen und sich mit Nachbarn unterhalten zu können. Das ist eine große Herausforderung – vor der stehen wir in Niedersachsen auch in den Gymnasien. Es gibt jetzt einige Gymnasien, an denen Sprachlernklassen eingerichtet wurden. Früher war das mehr an Hauptschulen, Gesamtschulen. Die Lehrer an den gymnasialen Sprachlernklassen sagen, es ist wahnsinnig schwierig, dass Fachvokabular für Kunstunterricht genau so drauf zu haben wie für Mathematik. Das ist eine große, große Herausforderung. Wenn es gelingt, profitieren wir alle davon.

Wer sollte dabei mitwirken?

Wir haben viel zu tun, alle. Das schafft die Politik alleine nicht. Da können alle Studierenden mithelfen.

Sie sprechen die Studierenden an – an der Universität Hildesheim arbeiten einige im Theater und in den szenischen Künsten mit Flüchtlingen zusammen (etwa die Gruppe Voll:milch oder das Türkisch-Deutsche Theater). Im musikalischen Bereich befassen sich Forscher und angehende Lehrerinnen und Lehrer am Center for World Music mit kultureller Vielfalt. Ist das auch ein Weg, sich künstlerisch zu begegnen?

Ich glaube sogar, dass künstlerische Ausdrucksformen ganz besonders geeignet sind, um Menschen, die Flucht, Vertreibung und viele Gräuel erlebt haben, sozusagen das Leben zu erleichtern und einen Zugang zu einer neuen Gemeinschaft zu finden. Das geht von Ausdruckstanz bis zur Malerei. Es gibt inzwischen auch einige fotografische Projekte mit Flüchtlingen. Diese künstlerischen Ausdrucksformen sind glaube ich besonders gut, weil sie an die Seele gehen und man nicht viele Worte braucht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über die Konferenz: Recht auf Bildung

An der Universität Hildesheim diskutierten am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Kindern in der Migrationsgesellschaft, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis nahmen teil, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim, Hannover und Berlin sowie die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen. Es sei dringend notwendig, „konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten”, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola Georgi (mehr im Interview, Mediendienst Integration). Organisiert wurde die Konferenz vom „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften” und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten mehrere Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen” zusammen. Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen und Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Gerade haben sich junge Menschen, die erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, zusammen mit Lehramtsstudierenden und Studierenden des Masterstudiengangs DaZ/DaF auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet. Dabei arbeitet die Uni mit der berufsbildenden Walter-Gropius-Schule und dem Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung zusammen. Als Ergebnis für die mündlichen Prüfungen haben alle Lerner in den mündlichen Prüfungen ein „bestanden“ erreicht, und zwar auf den Niveaustufen B1 und A2.

 

Einen Nachbericht zur Konferenz lesen Sie auf der Internetseite www.uni-hildesheim.de zum Wochenende.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)
Von: Pressestelle, Isa Lange

 

Übernommen von hier.

Isa Lange/Uni Hildesheim
Neue Studie: Integration und Migration im Schulbuch

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

„Formuliere mögliche Zukunftswege für ausländische Kinder” – steht als Aufgabe in einem Schulbuch. Es gelingt vielen Büchern noch nicht, die gesellschaftliche Vielfalt, etwa den Alltag von Familien mit Migrationsgeschichte, als normal abzubilden und Chancen von Migration aufzuzeigen, sagt Professorin Viola Georgi von der Uni Hildesheim anlässlich der Veröffentlichung der „Schulbuchstudie Migration und Integration“. Ein Team des Georg-Eckert-Instituts unter der Leitung von Inga Niehaus und die Erziehungswissenschaftlerin 65 Schulbücher in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte, Geografie aus fünf Bundesländern untersucht.

Staatsministerin Aydan Özoğuz hat am 17. März 2015 in Berlin die „Schulbuchstudie Migration und Integration“ vorgestellt. Schulbücher vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern auch Werte und Normen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration hat das „Georg-Eckert-Institut – Leibniz Institut für Internationale Schulbuchforschung” (GEI) in Zusammenarbeit mit dem „Zentrum für Bildungsintegration” an der Stiftung Universität Hildesheim beauftragt, eine Analyse zur Darstellung von Migration und Integration in Schulbüchern durchzuführen. Die Studie spricht Empfehlungen für die Bildungspraxis und -politik aus, wie eine zeitgemäße Darstellung von Vielfalt in Schulbüchern gelingen kann. “Ich empfehle, dass nicht nur die Schulbuchverlage, sondern auch die Lehrerinnen und Lehrer und Bildungsverwaltungen der Länder die Schulbuchstudie ‘Migration und Integration’ als Anregung nutzen”, so die Staatsministerin Aydan Özoğuz. „Ein ermutigendes Ergebnis der Studie ist, dass in den Sozialkundebüchern Deutschland explizit als ein Einwanderungsland, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft ihre Heimat haben, beschrieben wird.”

Dr. Inga Niehaus hat die Studie am Georg-Eckert-Institut geleitet. Zum Team der Schulbuchforscher gehören die Autoren der Studie, Rosa Hoppe und Dr. Marcus Otto. Die Forschungsbibliothek des GEI in Braunschweig umfasst mit 175.000 Schulbüchern aus 160 Ländern eine weltweit einzigartige Sammlung der Fächer Geschichte, Sozialkunde, Geographie und Religion. Beteiligt an der Studie ist auch Professorin Viola B. Georgi. Mit dem Thema Schulbücher und Bildungsmedien befasst sich die Erziehungswissenschaftlerin an der Universität in Hildesheim. Dabei bindet sie auch Studierende der Erziehungswissenschaften und des Lehramts ein. Sie lehrt und forscht im Bereich Diversity Education, befasst sich mit Vielfalt im Schulalltag, an Kitas und Hochschulen.

Online lesen: „Schulbuchstudie Migration und Integration” (PDF)

Presseinformation des Georg-Eckert-Instituts

Interview mit Professorin Viola Georgi als PDF

Nachgefragt bei Professorin Viola Georgi: Wie Schulbücher Migration und Integration darstellen

Weshalb sind Schulbücher eigentlich ein wichtiger Gegenstand von Forschung?

Viola Georgi: Schulbücher sollen gesellschaftlich als relevant und richtig erachtetes Wissen bereitstellen. Es geht um Weltbilder, gesellschaftliche Werte und Regeln, die via didaktischer Aufbereitung in der Schule an die nächsten Generationen weitergegeben werden sollen. Schulbücher müssen sich an staatlichen Rahmenplänen orientieren und offiziell genehmigt werden. Schulbücher repräsentieren anerkanntes und staatlich legitimiertes Wissen. Sie verfügen daher über eine gewisse Autorität und gelten als lehrreich. Wenngleich Schulbücher nach wie vor ein wichtiges Bildungsmedium darstellen, sollten sie jedoch m.E. in ihrer Wirkung nicht überschätzt werden. Denn was genau aus den Schulbuchinhalten bei den Lernenden ankommt, hängt auch ganz maßgeblich davon ab, wie die Lehrenden mit dem Schulbuch umgehen und welche ergänzenden Materialien sie zum Einsatz bringen. Aufgrund der gesellschaftlichen, bildungspolitischen und bildungspraktischen Relevanz von Schulbüchern ist es für die Umsetzung von diversitätssensibler Bildung aber dennoch notwendig, Lehrmittel zu entwickeln, die einen inklusiven Unterricht unterstützen.

Was haben Sie in der Studie untersucht?

Die Studie geht der Frage nach, wie Migration und Integration in Bezug auf gesellschaftliche Vielfalt in deutschen Schulbüchern dargestellt werden und inwiefern Schulbücher zu einer zunehmenden Akzeptanz von Diversität als gesellschaftlicher Normalität beitragen können. Die Untersuchung bezieht sich auf die Tatsache, dass sich Deutschland in den letzten Jahrzehnten zu einem modernen Einwanderungsland entwickelt hat. Vielfalt im Klassenzimmer ist längst zur Regel geworden und die Auswirkungen auf das Bildungssystem sind nicht zu übersehen. Der Fokus der Studie liegt auf den Schwerpunkten „Diversity – Abbildung einwanderungsbedingter Vielfalt“ und „Partizipation – gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund.

Wie viele und welche Schulbücher haben Sie untersucht?

Insgesamt haben wir 65 aktuell zugelassene Schulbücher aus fünf Bundesländern untersucht. Dazu gehörten Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Berlin und Brandenburg. Die qualitative Analyse bezieht sich auf Schulbücher der Sekundarstufen I in den Fächern Sozialkunde, Politik, Geschichte und Geografie.

Was sind die Befunde?

Die von uns untersuchten Schulbücher spiegeln größtenteils dominante gesellschaftliche Diskurse wider, wie zum Beispiel die sich hartnäckig behauptende Position, dass Migration in erster Linie Probleme verursache und konfliktbeladen sei. Zum Teil hinken die Bücher den neueren Entwicklungen und Erkenntnissen der Wissenschaft hinterher, das heißt, es fällt ihnen schwer die demografische Realität – also die deutsche Einwanderungsgesellschaft – zeitgemäß in Bild und Text zu fassen. Es gelingt ihnen bisher noch nicht, die migrationsbedingte Vielfalt als normal zu begreifen und auch die Potentiale von Migration und Diversität zu erkennen und zu vermitteln. Stattdessen werden wir mit Darstellungen konfrontiert, die sich nur schwer von Stereotypen lösen können. Migranten werden nur selten als aktiv Handelnde, sondern eher als Bedürftige und oft als Opfer gesellschaftlicher Umstände präsentiert. Viele Schulbuchdarstellungen verfallen zudem immer wieder in das Muster „Wir“ und „Sie“, „eigen“ und „fremd“, wobei sich ein Integrationsverständnis offenbart, das davon ausgeht, dass es vor allem die Menschen mit Zuwanderungsgeschichte sind, die Anpassungsleistungen an die „deutsche Gesellschaft“ erbringen müssen. Dass ist problematisch, da auf diese Weise der Mythos eines homogenen deutschen Kollektivs aufrechterhalten wird. Migranten werden immer wieder als die Anderen, als die diesem Kollektiv Gegenüberstehenden präsentiert. Auch lässt sich ein fahrlässiger Umgang mit Bezeichnungen ausmachen. In manchen Schulbüchern werden die Begriffe „Ausländer“, „Fremde“ und „Menschen mit Migrationshintergrund“ synonym verwendet.

Sie haben auch die Arbeitsaufträge in den Schulbüchern unter die Lupe genommen. Was lässt sich dazu sagen?

Häufig sind die Arbeitsaufträge aus Perspektive der Dominanzgesellschaft formuliert. Besonders augenfällig wird das in Aufgabenstellungen, die die Schüler explizit einer Herkunft zuweisen, wie zum Beispiel „Fragt einen Schüler mit Migrationshintergrund in eurer Klasse, wie seine Familie zu uns nach Deutschland gekommen ist“ oder die Aufforderung, die Klasse mal in ausländische und deutsche Schüler zu teilen, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Oft werden Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien zum Untersuchungsobjekt ihrer Mitschüler ohne Migrationshintergrund, die zum Beispiel dazu aufgefordert werden „fremde Kulturen am Schulort“ zu untersuchen oder darüber diskutieren sollen, welche Erfahrungen sie mit Aussiedlern gemacht haben. Für die Schüler aus Einwandererfamilien bedeutet das, ständig die Erfahrung zu machen, auf die Herkunft verwiesen zu werden. Das macht es schwer, ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln. Sie werden aus der Klasse herausgehoben, besonders bzw. anders „gemacht“ und müssen – im Gegensatz zu ihren Mitschülern ohne Migrationsgeschichte – häufig private Auskunft über ihre vermeintlich andere Lebensweise, ihre Familie oder ihre Religion geben, in einem Rahmen, in dem sie das vielleicht gar nicht möchten.

Welche Rolle spielt die Lehrerausbildung für das Erlernen eines kritischen Umgangs mit Bildungsmedien? Welche Konzepte können hier tragen?

Der Diversity-Ansatz ist m.E. eine wichtige Strategie auf dem Weg zu einem pluralen demokratischen Gesellschaftsverständnis. In einem solchen Selbstverständnis ist Diversität der Normalfall. Schlicht gesagt: Es ist normal, verschieden zu sein. Die Auseinandersetzung mit Heterogenität ist Teil unseres Alltags. Differenz – etwa die Migrationserfahrung – ist dann nicht als „Abweichung“ zu definieren, sondern stellt lediglich einen Aspekt menschlicher Identität dar. Die vielfältigen individuellen und kollektiven Unterschiede werden als selbstverständlich begriffen und zum Ausgangspunkt von Lernprozessen gemacht. Das gilt für Kita, Schule und Hochschule gleichermaßen. Zugleich handelt es sich bei „Diversity Education“ um eine Perspektive, die bewusst auch die gesellschaftlichen Dominanz- und Ungleichheitsverhältnisse in den Blick nimmt. Durch eine dezidierte Antidiskriminierungsperspektive, die an den Menschenrechten ausgerichtet ist, wird die Gleichstellung von Verschiedenen angestrebt. Das geschieht zum Beispiel auch über die angemessene Repräsentation, Anerkennung, Wertschätzung und Inklusion von Verschiedenheit in Schulbüchern und anderen Bildungsmedien. Ganz entscheidend ist hierbei, dass die Lehr- und Lernmaterialien auf Lehrkräfte treffen, die die notwendigen pädagogischen und fachdidaktischen  Kompetenzen mitbringen, um einen diversitätssensiblen Unterricht zu gestalten. Hier sehe ich aber in der deutschen Lehrerausbildung noch großen Nachholbedarf.  Es bedarf m.E. vielerorts einer systematischen curricularen Verankerung von Diversity-Themen (etwa Migration, Mehrsprachigkeit, Inklusion, Interkulturalität) in der Lehreraus- und -fortbildung. Hier kann dann ein kritischer, ungleichheits- und diversitätssensibler Umgang mit Unterrichtsmaterialen eingeübt werden.

Was kann man tun, damit sich die Inhalte der Schulbücher verändern?

Verlage müssen die Befunde der Schulbuchforschung zunächst einmal überhaupt erst zur Kenntnis nehmen und als mögliches Korrektiv der eigenen Arbeit anerkennen. Darüber hinaus wäre es sehr sinnvoll, Autoren regelmäßig thematisch weiterzubilden und auch Schulbuchautorinnen und -autoren mit Migrationshintergrund zu rekrutieren. Schließlich halte ich ein zusätzliches kritisches Lektorat durch Fachwissenschaftler und Fachdidaktiker für ratsam. Ich möchte aber nicht versäumen, auf den komplexen Produktionsprozess von Schulbüchern hinzuweisen, der sich u.a. an staatlichen Rahmenplänen für die Schulen orientieren muss. Auch in diesen Rahmenplänen – von Bundesland zu Bundesland verschieden – stecken manchmal problematische Vorgaben, wenn z.B. verlangt wird, dass die Lernenden sich mit „Fremdem“ und „Eigenem“ beschäftigen sollen.  Hierzu müssen die Autoren dann eine Themeneinheit oder ein Kapitel entwickeln, ob sie das sinnvoll finden oder nicht. Ich erhoffe mir aber einen Paradigmenwechsel. Zumindest kündigt sich dieser in den jüngsten Empfehlungen der Kultusminister zur interkulturellen Bildung in Erziehung und Schule von 2013 an. Hier heißt es nämlich: „Schule soll Vielfalt zugleich als Normalität und als Potenzial für alle wahrnehmen und Schulbücher sollen geprüft werden „im Hinblick darauf, ob die vielschichtige, auch herkunftsbezogene Heterogenität der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt ist.“ (KMK 2013, 8)

Übernommen von hier.

Promotionskolleg am Deutschen Institut für Menschenrechte mit Dr. Sandra Reitz, Leiterin der Abteilung Menschenrechtsbildung
Promotionskolleg auf Exkursion

Das Promotionskolleg “Bildungsintegration” hat vom 9. bis zum 10. Februar 2015 eine Exkursion nach Berlin veranstaltet. Wir haben den Migrationsrat Berlin Brandenburg e.V., das Berlin Institut für Migrationsforschung der HU-Berlin, das Jugend Museum Villa Global, die Antidiskriminierungsstelle des Bundes, das Deutsche Institut für Menschenrechte und die Fachstelle Kinderwelten für Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung besucht. Neben sehr interessanten Inputs haben wir auch anregende Diskussionen geführt.

 

 

Wie wir zusammenleben: Vielfalt in Bildungseinrichtungen in Israel und Deutschland

Worte und Klänge verbinden junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Haifa und Hildesheim. Nach dem Austausch über Forschungsmethoden in Hildesheim geht es weiter nach Berlin: In der Antidiskriminierungsstelle des Bundes erfahren sie mehr über das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Mit der Jungen Islamkonferenz kommen sie über den Islam als drittgrößte Religion in Deutschland ins Gespräch. Mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus sprechen sie über Bildungsmaterialien in der Einwanderungsgesellschaft.

Instrumente haben nun einmal die Eigenschaft, zu klingen. Nach einer Stunde Rundgang durch die Räume der ehemaligen Timotheuskirche drängt sich ihr Wesenszug immer stärker auf – von Professor Raimund Vogels erfahren die israelischen und deutschen Forscherinnen und Forscher zunächst mehr über die Digitalisierung von Musikarchiven, etwa in Ägypten und Iran. Vogels gibt Einblicke in Forschungsmethoden und berichtet vom Interesse der Musikethnologen, mehr darüber zu erfahren, warum Menschen Musik lieben oder sie ablehnen und wie Musik Aggressionen auslösen oder überwinden kann.

An diesem Novembertag sitzen 20 Nachwuchswissenschaftler inmitten von Glasvitrinen. Darin: eine der größten privaten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente. Der ehemalige Lehrer Rolf Irle hat die Klangkörper in 50 Jahren zusammengetragen – und der Universität gestiftet, unter der Bedingung, dass sie zugänglich ist, in der Lehrerausbildung zum Einsatz kommt und erforscht wird. Dazwischen: ein Stuhlkreis. Ob die Instrumente noch klingen, fragt ein junger Israeli. Raimund Vogels vom Center for World Music der Universität Hildesheim spürt die große Neugier im Raum, den Instrumenten ihre Klänge zu entlocken. Was kann man da anderes tun, als die Türen der Vitrinen zu öffnen? Und schon landen die Klangkörper in Händen, an Mündern, auf Oberschenkeln; Töne einer Kurzhalslaute erklingen. Herzliches Lachen, intensive Gespräche, Klänge – ein drei Monate junges Kind einer israelischen Forscherin lässt sich davon nicht beunruhigen und gluckst in die Runde.

Im Gespräch: Erziehungswissenschaftlerin Viola B. Georgi

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Seit einem Jahr läuft das Forschungsprojekt der Universitäten Haifa und Hildesheim. Die israelischen und deutschen Wissenschaftler aus den Bereichen Pädagogik, Musikwissenschaft, Religionswissenschaft, Geographie und Soziologie befassen sich mit Vielfalt in Bildungseinrichtungen und wie wir zusammenleben. Sie gehen in Jugendclubs, Schulen, Theater und Stadtteilversammlungen, länderübergreifend bilden sie Tandems und tauschen sich über Forschungsmethoden aus. Isa Lange sprach mit der Hildesheimer Professorin Viola Georgi. Gemeinsam mit ihrem Kollegen aus Haifa, Professor Yotom Hotam, leitet sie das Projekt „Diversity in Israel und Deutschland”, das von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum gefördert wird.

Einige untersuchen die Wirkung von Integrationskursen, andere werten mehrsprachige Schulprogramme aus und untersuchen am Beispiel russischsprachiger Einwanderer, wie Schulen und Eltern zusammenarbeiten. Zeigen die empirischen Forschungsarbeiten in Ihrem Projekt, wie Vielfalt und Interkulturalität im Alltag angekommen sind?

Viola Georgi: Die Arbeiten zeigen den Alltag gelebter Vielfalt in Deutschland und Israel. Sie zeigen aber auch, wo es Grenzen und Friktionen gibt. Das hat viel mit dem historischen Gewordensein und dem politischen Selbstverständnis zu tun. Wir erfahren – mit einem durch die Forschungsprojekte fokussierten Blick – wie Diversity in beiden Gesellschaften konkret verhandelt wird. Zugleich ist spannend, wie die unterschiedlichen theoretischen und methodischen Zugangsweisen der Promovierenden diese Vielfalt thematisieren und sichtbar machen. Wie werden Muslime und der Islam in israelischen Schulbüchern repräsentiert? Wie können traditionelle religiöse Lebensentwürfe jüdisch-orthodoxer Frauen feministisch gelesen werden? Wie sehen Lehrerinnen und Lehrer mit Migrationshintergrund die schulische Praxis in der Einwanderungsgesellschaft? Welche reformpädagogischen Konzepte eignen sich besonders für den Umgang mit einer heterogenen Schülerschaft? Neben der Diskussion über den theoretischen und methodischen Zuschnitt der Forschungsprojekte, ermöglichen „field trips“ vor Ort einen praktischen und direkten Blick auf die Forschungsfelder.

In der aktuellen Forschungswerkstatt befassen Sie sich mit dem Thema „Bildungsdilemma in Zeiten von Konflikten”. Was ist damit gemeint?

Viola Georgi: Hier geht es unter anderem darum, Probleme und Dilemmata von  Bildungsinstitutionen in Krisenregionen – insbesondere mit Blick auf den Nahostkonflikt – zu diskutieren. Wie werden Krieg und Konflikt in den Schulen und Bildungseinrichtungen „freiwillig“ oder „unfreiwillig“ zum Thema gemacht? Wie gehen Lehrerinnen und Lehrer mit dieser Situation um? Welche Konzepte von civic education können hier unterstützend wirken?

Dann geht es weiter nach Berlin. Was ist in der Antidiskriminierungsstelle des Bunds und bei der Jungen Islam Konferenz geplant?

Viola Georgi: Die Teilnehmenden werden die vielfältigen Arbeits- und Handlungsfelder der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kennenlernen und erfahren, wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (2006) in Deutschland umgesetzt wurde. Mit der Jungen Islamkonferenz wollen wir über den Islam als drittgrößte Religion in Deutschland ins Gespräch kommen. Mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus werden wir unter anderem Bildungskonzepte und Materialien diskutieren, die den Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft aufgreifen.

Sie kombinieren die Diskussion und den Austausch über Forschungsmethoden mit einem Kulturprogramm, das auch ein Statement ist: Sie tagen im Center for World Music der Universität Hildesheim zwischen Klangkörpern, eine der größten Sammlungen außereuropäischer Musikinstrumente. Und im Berliner Gorki-Theater werden Sie das Stück „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen” anschauen. Das Haus wurde gerade unter der Leitung von Shermin Langhoff und Jens Hillje, ein Absolvent der Hildesheimer Kulturwissenschaften, als Theater des Jahres ausgezeichnet und bringt ein Programm auf die Bühne, das den vielfältigen Biographien der Stadt gerecht zu werden versucht. Welche Rolle spielen diese gemeinsamen Begegnungen im Forschungsprozess und für das länderübergreifende Projekt?

Viola Georgi: Die Auseinandersetzung mit kultureller Bildung ist uns im Rahmen des Austauschs sehr wichtig. Sowohl das Center for World Music mit seinen spannenden musikethnologischen Projekten, als auch der Besuch des Gorki-Theaters bieten eine Möglichkeit gemeinsam, über diversitätsbewusste, rassimuskritische und postmigrantische künstlerische Praxis nachzudenken.

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Mehrsprachige Kinder

Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, berichten über ihre Lebenslagen und Sprachen. Die Fotografin Martina Henschke und die Autorin Tatjana Leichsering holen 37 Grundschulkinder aus der Anonymität der Masse. Die Ausstellung mit Porträts und ausführlichen Interviewpassagen ist bis Ende Juli am Hauptcampus der Uni Hildesheim zu sehen.

Deeqa zählt auf, was sie kann. „Somalisch, Englisch, Deutsch und etwas Französisch, Arabisch und ein bisschen Türkisch.” Sie entdeckt in den Sprachen Ähnlichkeiten und beobachtet, wie etwa in ihrer Familie arabische und afrikanische Sprachen gemischt werden. Deeqa ist in Frankfurt geboren und hat dort „von meinen Freundinnen Türkisch gelernt”. In Somalia, der Herkunft ihrer Eltern, war sie noch nie, aber die Sprache begleitet ihren Alltag.

Laura ist stolz auf ihr Heimatland, Portugal, in der Algarve. Aufgeschnappte Nachrichten aus Radio und Fernsehen wecken Sehnsucht: „Wenn ich manchmal die Bilder davon im Fernsehen sehe, würd ich da gerne sein.” Laura ist in Deutschland geboren und hat in Portugal laufen und sprechen gelernt – erst später folgten Deutsch und Englisch. Heute spricht Lauras Vater mit ihr Portugiesich, Laura antwortet dann auf Deutsch. „Weil ich mich ans Deutschsprechen mehr gewöhnt habe.”

Ermal ist in Frankfurt geboren, geht in die erste Klasse. Er macht am allerliebsten Plusaufgaben und guckt Bücher mit seiner Mama an. „Ich hab keine Bücher, aber ich leih mir Dinosaurierbücher aus.“ Dann stapft er alleine in die Bücherei und kommt mit einem Stapel zurück. Mit seinen Eltern spricht Ermal Albanisch, selten Deutsch. Auch Träumen funktioniert in zwei Sprachen. „Ich kann nichts anderes sprechen.”

Das Lieblingsfach von Joanne? Schwimmen und Deutsch! Joanne glaubt, dass sie Deutsch besser als Thai sprechen kann. „Weil ich hier geboren bin.“ Sie war noch nie in Thailand, spricht aber Thailändisch mit ihrer Mama. Die Familie ist weltweit zerstreut, der Austausch manchmal kaum möglich. „Mein Cousin kommt aus England und ich aus Deutschland und wir können nicht miteinander reden.”

Diese vier Kinder erzählen, wie sie mehrsprachig aufwachsen, was ihre Lieblingssprache ist, was sie gut und vielleicht noch nicht so gut beherrschen. Im Projekt „Kinder Deutschlands” holen die Fotografin Martina Henschke und die Autorin Tatjana Leichsering 37 Kinder im Grundschulalter aus Frankfurt am Main aus der Anonymität der Masse. Während des bundesweiten Diversity-Tags, in Hildesheim organisiert vom Zentrum für Bildungsintegration, haben sie Einblick in die Recherchen gegeben. Statt abstrakte Begriffe und Statistiken lassen sie Kinder sprechen. Sie äußern sich zu ihrer Herkunft, Sprache, Identität und ihren Lebenswelten. Oft gerät Mehrsprachigkeit zum Hindernis, Sprachschwierigkeiten und kulturelle Unterschiede stehen im Vordergrund. Statt ein Kind zu sein, wird es zum Problemverursacher. Die Ausstellung an der Uni Hildesheim – an der Professorinnen für Deutsch als Zweitsprache und Mehrsprachigkeit forschen – lädt ein, Chancen in der Mehrsprachigkeit zu erkennen. Die Jüngsten, über die man so viel diskutiert, kommen zu Wort.

Mehrere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler befassen sich in Hildesheim mit der Frage, wie Kinder mehrsprachig aufwachsen und eine zweite Sprache erwerben. An der Universität werden untere anderem Lehrkräfte in einem Masterstudiengang „Deutsch als Zweitsprache / Deutsch als Fremdsprache” für die Sprachförderung in Schulen ausgebildet. Mit interkultureller Lehrerbildung und Schulentwicklung befassen sich Forscher am „Zentrum für Bildungsintegration – Diversität und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Ein Arbeitsschwerpunkt ist, wie Kinder mehrsprachig aufwachsen und Schulen damit umgehen.

Die Ausstellung ist bis Ende Juli 2014 an der Hildesheimer Uni (Hauptcampus, vor dem Audimax) zu sehen und öffentlich und kostenfrei. Wer die Ausstellung nicht vor Ort begehen kann, erhält online erste Einblicke:

„Mein Heimatland finde ich cool”, Deutsche Welle, Bildergalerie und Kommentar, 04.06.2014
Von: Pressestelle, Isa Lange