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Preisverleihung im Rahmen des Schulwettbewerbs fair@school. Schulen gegen Diskriminierung.
Schulwettbewerb fair@school

Vielfalt und Chancengerechtigkeit stärken, Diskriminierung verhindern – diese Werte im Schulleben zu fördern, ist Ziel des Wettbewerbs „fair@school – Schulen gegen Diskriminierung“. In Berlin haben die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und der Cornelsen Verlag jetzt drei vorbildliche Schulprojekte ausgezeichnet, die sich gegen Diskriminierung und für Vielfalt im Schulalltag einsetzen.

Der erste Preis in Höhe von 3.000 Euro geht an die Berliner Kurt-Schwitters-Gesamtschule mit ihrem „Respekt-Club“. Der Club setzt sich für eine Wertschätzung und Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein. Mit verschiedenen kreativen Projekten und Aktionen laden die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte des Clubs dazu ein, sich mit der Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans* und intergeschlechtlichen Menschen zu befassen. Das Thema der sexuellen Vielfalt wird mittlerweile auch regelmäßig im Unterricht zum Thema; der Club ist fester Bestandteil des Schulalltags.

Der zweite Preis in Höhe von 2.000 Euro geht an die saarländische Gemeinschaftsschule Nohfelden-Türkismühle in Nonnweiler-Primstal. Die AG „Multimediale und inklusive Erinnerungsarbeit: Jüdisches Leben in der Gemeinde Nohfelden“ hat nicht nur eine Ausstellung zu jüdischem Leben in der Gemeinde entwickelt, sondern das Projekt gemeinsam mit blinden Schülerinnen und Schülern aus einer benachbarten Schule erarbeitet, um es barrierearm zu machen.

Den dritten Preis in Höhe von 1.000 Euro erhielt das Projekt „Laut:::stark“ der hessischen Schule am Goldberg in Heusenstamm. In einer jährlichen Woche zum Thema sowie in Schulpausen trainieren die Kinder und Jugendlichen der Förderschule, Gefahren zu erkennen und zu vermeiden, selbstbewusst aufzutreten und sich im Notfall zur Wehr zu setzen. Dabei wird genau auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Diskriminierungserfahrungen der Schülerinnen und Schüler eingegangen und auch das Miteinander gefördert.

Die eingereichten Schulprojekte des Wettbewerbs fair@school wurden vom Zentrum für Bildungsintegration der Stiftung Universität Hildesheim begutachtet. Eine zehnköpfige Jury aus renommierten Sozial- und Bildungswissenschaftlerinnen und –wissenschaftlern entschied über die Preisträger.

Die Preise wurden in einer Feierstunde im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) verliehen. Die Moderation übernahm Eric Mayer (pur+, ZDF/Kika), die Musikbegleitung die Kölner Band „Und wieder Oktober“.

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Berlin Lecture Migration / Flucht / Integration – Wie weiter?

21. April 2017, 18.00 – 21.00 Uhr
Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin
Unter den Linden 6, 10099 Berlin

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

hiermit wollen wir Sie und Euch an unsere bevorstehende Veranstaltung am kommenden Freitag, 21.04.2017, erinnern: Das Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM) lädt herzlich ein zur diesjährigen Berlin Lecture, die eine Buchpräsentation mit anschließender Podiumsdiskussion umfasst.

Nach Grußworten von Prof. Dr. Wolfgang Kaschuba (BIM), Staatsministerin Aydan Özoğuz (Berlin) und Dr. Frank-Jürgen Weise (Nürnberg) präsentiert Prof. Dr. Jochen Oltmer (Osnabrück) das neue Buch des Migrationsforschers, Politikberaters und kritischen Politikbegleiters Prof. em. Dr. Klaus J. Bade, Migration – Flucht – Integration: Kritische Politikbegleitung von der ‘Gastarbeiterfrage’ bis zur ‘Flüchtlingskrise’. Erinnerungen und Beiträge. Das Buch ist im Literaturverlag Von Loeper, Karlsruhe 2017 erschienen und wird am 21.04. zugleich kostenfrei (Open Access) im Netz freigeschaltet. Bades Buch bietet einen Rückblick des Verfassers auf sein Engagement als Grenzgänger zwischen Migrationsforschung und Migrationspolitik sowie eine Auswahl seiner Medientexte und öffentlichen Vorträge über Migration, Flucht und Integration in Deutschland und Europa in Geschichte und Gegenwart.

Die anschließende, von Prof. Dr. Naika Foroutan (BIM) moderierte Podiumsdiskussion dreht die Perspektive auf Gegenwart und Zukunft: Sie fragt nach aktuellen Entwicklungstendenzen, Gestaltungsaufgaben und wissenschaftlichem Interventionsbedarf bei Migration, Flucht und Integration. Auf dem Podium diskutieren:

Prof. em. Dr. Klaus J. Bade (Berlin), Gründungsvorsitzender, SVR 2008-2012
Prof. Dr. Thomas Faist (Bielefeld), Transnationale Beziehungen und Entwicklungssoziologie
Prof. Dr. Viola B. Georgi (Hildesheim), Direktorin, Zentrum für Bildungsintegration, Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften
Prof. Dr. Armin Nassehi (München), Kultursoziologie, Politische Soziologie, Religionssoziologie, Wissens- und Wissenschaftssoziologie

Am Ende der Podiumsdiskussion folgt die Öffnung für Fragen aus dem Publikum.
Am Ende der Veranstaltung steht ein Get-together mit Imbiss und Getränken.

Buch und Veranstaltung werden gefördert von: Gemeinnützige Hertie-Stiftung, Gerda Henkel Stiftung, Pro Asyl, Von Loeper Literaturverlag.

Das Poster zur Veranstaltung ist unter folgendem Link abrufbar: Poster Berlin Lecture
Der Eintritt ist kostenfrei, um eine Anmeldung wird gebeten.

Forschung Made in Niedersachsen: Integration und Vielfalt

Rund 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Kriege und Krisen im Nahen und Mittleren Osten sowie auf dem afrikanischen Kontinent haben die Situation im Jahr 2015 weiter verschärft. Auf oftmals gefährlichen Wegen versuchen viele Flüchtlinge die europäischen Staaten und vor allem Deutschland zu erreichen. In den vergangenen Monaten haben die Menschen in der Bundesrepublik viel Hilfsbereitschaft gezeigt. Gleichzeitig stellt die enorme Dynamik der Flüchtlingsbewegung Bund, Land und Kommunen vor große organisatorische und politische Herausforderungen. Zudem erfolgt in der Gesellschaft eine kontroverse Auseinandersetzung zum Umgang mit Flüchtlingen. Neben Willkommenskultur und Mitmenschlichkeit erleben einige Flüchtlinge auch Ablehnung und Fremdenhass.

Deutschland ist ein Einwanderungsland, die Vielfalt der Kulturen ist bereits seit langer Zeit gelebte Realität. Aber wie kann Integration angesichts der hohen Flüchtlingszahlen in so kurzer Zeit gelingen? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler niedersächsischer Universitäten und Forschungseinrichtungen werden in dieser Veranstaltung aus der Reihe „Forschung Made in Niedersachsen“ vor dem Hintergrund ihrer Arbeitsschwerpunkte über das Thema „Integration und Vielfalt“ berichten und mit dem Publikum über aktuelle Fragen ins Gespräch kommen.

Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić lädt herzlich ein, an diesem Dialog mit der Wissenschaft teilzuhaben!

3. Mai 2016, 18:00 – 19:30 Uhr

Ort: Altes Rathaus Hannover, Karmarschstraße 42 30159 Hannover
Festsaal (Eingang über Köbelingerstraße)

Programm

 

Begrüßung

Gabriele Heinen-Kljajić, Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur

Beiträge der Wissenschaft

Prof. Dr. Cordula von Denkowski, Fakultät V – Diakonie, Gesundheit und Soziales, Hochschule Hannover
Prof. Dr. Viola Georgi, Institut für Erziehungswissenschaft, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Jochen Oltmer, Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien, Universität Osnabrück
Prof. Dr. Hannes Schammann, Institut für Sozialwissenschaften, Universität Hildesheim
Prof. Dr. Thomas Groß, Fachbereich Rechtswissenschaften, Universität Osnabrück

Gespräch mit der Wissenschaft

Moderation: Tim Schlüter

 

zur ANMELDUNG

 

KONTAKT

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Kurt B. Neubert
kurt.neubert@mwk.niedersachsen.de
Tel.: 0511 / 120 – 2513

 

Workshop des Berliner „Refugee Club Impulse“

Am Donnerstag, 28. Januar 2016, um 18 Uhr (Raum G 207), wird auf dem Hauptcampus in Fortsetzung der Ausstellung ein Workshop des Berliner „Refugee Club Impulse“ stattfinden. Darin werden die Referenten Methoden der Theaterimprovisation und des Creative Writingvorstellen, die gezielt auf ein „Empowerment“ von geflüchteten Menschen abzielen. Eine Anmeldung für den Workshop kann bei der Ausstellung erfolgen oder per E-Mail direkt an Elisa Elwert elwerte@uni-hildesheim.de.

Zeichner: Alex Jordan

Zeichner: Alex Jordan

Vortrag zum Thema „Globalisierung und Flucht“

 

Zeichner: Alex Jordan

Zeichner: Alex Jordan

Am 27. Januar 2016, um 20 Uhr, im Anschluss an die Ausstellung, findet auf der Domäne (im Raum Hs 50/202, Hohes Haus – großer Seminarraum) ein Vortrag zum Thema „Globalisierung und Flucht“ von Prof. Dr. Hannes Schammann statt. Der öffentliche und kostenfreie Vortrag ist Teil einer Qualifizierungsmaßnahme für ehrenamtlich Helfende in der Flüchtlingsarbeit, die vom Landkreis und der Stadt Hildesheim organisiert wird.

Ansprechpartner bei Rückfragen: Prof. Dr. Hannes Schammann (Telefon: 05121.883-10712, E-Mail: hannes.schammann[at]uni-hildesheim.de) und Nina Stoffers (Telefon: 05121.883-20112, E-Mail: stoffers@uni-hildesheim.de)

Zwischen Kunst und Politik. Kulturprojekte mit Flüchtlingen: Ausstellungsprojekt mit performativen und musikalischen Beiträgen
Zeichner: Alex Jordan

Zeichner: Alex Jordan

Termin: Mittwoch, 27. Januar 2016, von 16:00-19.00  Uhr
Wo? im Burgtheater (Hs 52/001) auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim

Info: Die Flüchtlingspolitik Deutschlands und Europas ist ein heftig diskutiertes Thema, nicht nur in Politik und Medien, sondern auch unter Künstler_innen und Aktivist_innen. Im Seminar „Zwischen Kunst und Politik. Kulturprojekte mit Flüchtlingen“ haben sich Studierende des Instituts für Sozialwissenschaften und des Instituts für Kulturpolitik auf die Suche nach künstlerischen Projekten gemacht, die Menschen mit Fluchterfahrungen zum Ausgangs- und Mittelpunkt ihrer Arbeit machen. Welche Ideen werden wo umgesetzt? Welche Haltungen im Umgang miteinander lassen sich in ihnen nachweisen? Verändern sich die Akteure im Laufe der Zeit? Gibt es Anbindungen an Kultur- und Bildungsinstitutionen?

In Kleingruppen haben die Studierenden ausgewählte Projekte in der Tiefe analysiert und dazu auch mit den Protagonisten Kontakt aufgenommen. Die Ergebnisse der systematischen Untersuchung haben sie als eignes künstlerisches Projekt aufbereitet: In einer Ausstellung mit performativen und musikalischen Beiträgen, begehbaren Installationen, Audio- und Filmeindrücken wird erlebbar wie Kunst und Kultur sich derzeit in der Flüchtlingsdebatte positionieren. Die Ausstellung findet ausschließlich am 27. Januar 2016 von 16:00 bis 19:00 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenfrei. Geleitet wird das Seminar von Prof. Dr. Hannes Schammann vom Institut für Sozialwissenschaften und Nina Stoffers vom Institut für Kulturpolitik.

 

 

 

Übernommen von hier.

Israel, Haifa: Beit HaGefen - Jewish-Arab Culture Center. Das Kulturzentrum setzt sich für die Schaffung von gemeinsamen und gleichberechtigten Räumen ein, die die Vielfalt der Identitäten und Kulturen berücksichtigen. Foto (2014): Manuela Mangold
Diversity-Tag: Religiöse Vielfalt in Schulen
Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. In einer Podiumsdiskussion an der Universität sprechen Fachleute am Donnerstagabend, 12. November 2015, über religiöse Vielfalt im Schulalltag.

 

Auseinandersetzung mit Religion, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen ist für eine plurale Gesellschaft unverzichtbar, sagt Professorin Viola Georgi. „Lehrerinnen und Lehrer müssen vor allem Gelegenheiten haben, sich in Studium und Praxis mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Wertorientierungen intensiv zu beschäftigen, zum Beispiel im Rahmen von Seminaren zur Interkulturellen Schul- und Unterrichtsentwicklung, so wie wir sie an der Universität Hildesheim anbieten.“ Dabei gehe es um die Reflexion der „eigenen“ religiösen und kulturellen Prägung, so Georgi, aber auch um das Wahrnehmen und Kennenlernen von religiösen Traditionen und Praxen, mit denen man nicht so vertraut ist. „Wir wollen die Neugier der Studierenden wecken, Kenntnisse vermitteln und interkulturelle Kompetenzen fördern.“

Viola Georgi leitet an der Hildesheimer Universität das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften“. Jährlich lädt sie mit ihrem Team zum „Diversity-Tag“ ein. Fachleute, Lehrende und Studierende tauschen sich aus, im Vorjahr haben sie sich mit dem Themenfeld „Mehrsprachigkeit“ auseinandergesetzt. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen, berichteten zum Beispiel in einer Ausstellung über ihren Alltag und ihre Sprachen. In diesem Jahr befassen sich die Wissenschaftlerinnen  mit der religiösen Vielfalt an Schulen und laden am Donnerstagabend, 12. November 2015, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion mit anschließendem Konzert (PDF) im neuen Forum am Universitätsplatz 1 ein.

Am Freitag tauschen sich 20 namhafte Experten und Expertinnen aus dem Bereich der Religionswissenschaften und der Interkulturellen Bildung aus. Gemeinsam mit dem Europarat, dem „European Wergeland Centre“ und der „Coordinating Group for Religion and Education in Europe“ (CoGREE) lädt das Zentrum für Bildungsintegration der Universität Hildesheim zu einer nichtöffentlichen „Nationalen Konsultation“ (PDF) ein.

Die Fachleute diskutieren, wie man der religiösen Pluralität im Klassenzimmer gerechter werden kann. „Gerade angesichts der derzeitigen Neuzuwanderung von Menschen mit vornehmlich muslimischen religiösen Prägungen rückt die Frage nach der Rolle von Religion und ihrer Vermittlung erneut ins Zentrum gesellschaftspolitischer Debatten“, sagt Viola Georgi. Deutschland habe, im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, etwa im Vergleich zum laizistisch geprägten Frankreich, „ein sehr spezielles Modell von schulischem Religionsunterricht“, so die Erziehungswissenschaftlerin. Religion sei in Frankreich Privatangelegenheit und wird daher nicht als Fach in der Schule unterrichtet. „In Deutschland findet religiöse Unterweisung in der Schule statt und wird zudem konfessionell unterrichtet. Angesichts der rasanten Diversifizierung religiöser Gruppen und Glaubensgemeinschaften sowie starken Säkularisierungsprozessen werden wir im Rahmen der Nationalen Konsultation diskutieren, wie zeitgemäß dieses Modell religiösen Lernens ist. Es muss gefragt werden, ob Ethikunterricht und Religionskunde oder ein integrativer Religionsunterricht, der Schülerinnen und Schüler aller Glaubensrichtungen einbezieht, nicht eine inklusivere Alternative für Religionslernen in der Einwanderungsgesellschaft darstellen könnte. Wir wollen nach den Zusammenhängen von interkultureller und interreligiöser Bildung fragen und dabei die Chancen und Rahmenbedingungen für gelebte religiöse Vielfalt in der Schule ausloten, aber auch Konfliktfelder und Fallstricke benennen“, sagt die Professorin.

Im Rahmen des Symposiums werden die Fachleute ein neues Konzept des Europarates beraten und Empfehlungen zur Weiterentwicklung und Implementierung dieses Konzeptes für den deutschen Kontext formulieren.

Die öffentliche Podiumsdiskussion „Religion und Schule: Kontroversen – Standpunkte – Perspektiven” beginnt am Donnerstag, 12. November 2015, um 18:00 Uhr im neuen Forum am Universitätsplatz 1. Es diskutieren die Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track (Landeskirchenamt der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers), Annett Abdel-Rahman (Universität Osnabrück), Theologieprofessor Martin Schreiner (Stiftung Universität Hildesheim), Riem Spielhaus (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen Centre for Islam & Law in Europe) sowie Professor Wolfram Weiße (Universität Hamburg, Akademie der Weltregionen). Professorin Viola B. Georgi (Zentrum für Bildungsintegration, Stiftung Universität Hildesheim) und Peter Schreiner (Comenius-Institut, Münster, Coordinating Group for Religion in Education in Europe) moderieren die Diskussion.

Anschließend geben Maximilian Guth und Ehsan Ebrahimi Einblicke in ein interkulturelles Musikprojekt für Chor und Instrumentalensemble.
Von: Pressestelle, Isa Lange

Übernommen von hier.

 

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim
Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe.

Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können.” Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren.” Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.
Aktuelle Neuigkeit – Universität Hildesheim
Sonntag, 19. April 2015   / 10 Tage

Die Studentin Lisa zeigt Sudierenden mit Fluchterfahrung den Campus der Uni Hildesheim. Mehrere Lehrende und Studierende arbeiten mit Asyl e.V. zusammen, um Flüchtlinge auf ihrem Bildungsweg zu unterstützen. Sprach- und Integrationskurse sollen das Ankommen erleichtern: Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien und Flüchtlinge stoßen aber auf strukturelle Barrieren, darauf weisen die Professorinnen Viola Georgi und Kirsten Scheiwe hin. Fotos: Isa Lange/Uni Hildesheim
Migration: Ankommen und Weiterkommen – Das Recht auf Bildung

Der Rechtsanspruch auf Bildung und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander. An der Universität Hildesheim diskutieren Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland. Es sei notwendig, weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis kommen zusammen, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive. Sie diskutieren mit dem Flüchtlingsrat Niedersachsen, einer Hildesheimer Schulleiterin und der Landesbeauftragten für Migration und Teilhabe.

Deutschland hat sich durch die Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention zur Umsetzung des Menschenrechts auf Bildung verpflichtet. Doch der Rechtsanspruch und die Wirklichkeit klaffen oft auseinander, sagt Professorin Kirsten Scheiwe. Häufig sprechen wir von der Notwendigkeit, zugewanderte Menschen durch Bildung zu integrieren. Das klingt erstmal plausibel, so Professorin Viola Georgi. „Die Menschen kommen als Newcomers in ein neues Land und die Bildungseinrichtungen machen entsprechende Angebote, damit sie sich schnell integrieren können.” Dazu gehören etwa Sprach- und Integrationskurse, Weiterbildungsangebote und interkulturelle Schulentwicklung. Die Realität sehe aber vielerorts anders aus, sagt Georgi. „Kinder und Jugendliche aus Einwandererfamilien – insbesondere die mit einer Flüchtlingsgeschichte – stoßen auf strukturelle und rechtliche Barrieren, die diskriminierend wirken, ihr Recht auf Bildung einschränken und damit ihre Bildungsteilhabe erschweren.” Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien warten oft mehrere Monate auf einen Schulplatz. Alle Kinder aus Flüchtlingsfamilien, auch Jugendliche und junge Erwachsene benötigen einen Anspruch auf Sprachförderung, fordert die Sozialrechtlerin Kirsten Scheiwe.

An der Universität Hildesheim diskutieren am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Recht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Migrantenkindern, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Es werden etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis erwartet, darunter auch Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim und Berlin. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass es dringend notwendig ist, konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten”, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Viola Georgi.

Im Schwerpunkt „Ankommen und Weiterkommen“ sprechen Forscher am Freitagnachmittag mit jungen Flüchtlingen, dem Flüchtlingsrat Niedersachsen und mit einer Schulleiterin einer Hildesheimer Grundschule. Die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, äußert sich zum Thema und diskutiert mit Nurjana Arslanova, die die Hälfte ihres Lebens im Flüchtlingslager verbracht hat und keine Ausbildung beginnen durfte, nun macht sie ihr Fachabitur. Hannes Schammann, Juniorprofessor für Migrationspolitik, moderiert das Panel. Die Teilnahme an dieser öffentlichen Diskussion am Freitag , 24. April 2015, um 14:00 Uhr ist ohne Anmeldung möglich. Die Plätze an den weiteren Programmpunkten der Konferenz sind begrenzt, eine Teilnahme ist noch vereinzelt nach Anmeldung möglich (Email: presse@uni-hildesheim.de).

Zur Konferenz laden das „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften” und das Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte ein. Auf der Konferenz spricht Professor Heiner Bielefeldt, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen für Religions- und Weltanschauungsfreiheit und Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte der Universität Erlangen-Nürnberg über Menschenrechte in der Einwanderungsgesellschaft. Die Dokumentarfilmerin Jutta Neupert zeigt den Dokumentarfilm „Familien auf der Flucht – von Syrien nach Deutschland“.

In Hildesheim – wo auch der Flüchtlingsrat Niedersachsen seinen Sitz hat – haben Mitglieder der Universität Hildesheim gemeinsam mit dem Verein Asyl e.V. zum Sommersemester eine Initiative ins Leben gerufen, um Flüchtlinge in ihren Bildungswegen zu unterstützen. Die Studentin Vanessa Gauer vom „Anker-Peer-Programm” der Uni begleitet gemeinsam mit weiteren Kommilitonen die Studierenden mit Fluchterfahrung. Die Studentinnen zeigen den Flüchtlingen in Campusführungen die Universität, bilden Tandems, um die Alltagssprache zu lernen, kennen Unterstützungsprogramme und stellen den Kontakt zu Lehrenden her. Die Studieninteressierten unter anderem aus Afghanistan, Syrien und Sudan haben sehr unterschiedliche Lebensläufe und Bildungsabschlüsse.

Programm und Kurzinfo zu den Vortragenden als PDF

Wann und Wo? Konferenz „Recht – Bildung – Migration. Das Menschenrecht auf Bildung im Kontext von Migration und Integration”, 23. und 24. April 2015, Universität Hildesheim, Bühler-Campus

Medienkontakt: Pressestelle der Uni Hildesheim (Isa Lange, 05121.883-90100, presse@uni-hildesheim.de)
Von: Pressestelle, Isa Lange

 

Übernommen von hier.

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Bildungswege von Flüchtlingen: Was können Unis tun?

Foto: Isa Lange/Uni Hildesheim

Um Flüchtlinge auf ihren Bildungswegen zu unterstützen, könnten Studierende „von Mensch zu Mensch” helfen, sagt die Niedersächsische Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf. Eine besondere Rolle komme dabei dem Spracherwerb und den Künsten zu. Am Rande einer Konferenz über das Recht auf Bildung an der Universität Hildesheim sprach Isa Lange mit der Migrationsbeauftragten.

 

Wenn wir über Bildungswege von Flüchtlingen sprechen, was erhoffen Sie sich von Universitäten? Welche Rolle spielen die Hochschulen, was beobachten Sie in Niedersachsen?

Doris Schröder-Köpf: Es gibt einige sehr schöne Initiativen, wie Universitäten sich öffnen für Flüchtlinge, um ihnen aus der Perspektiv- und Betätigungslosigkeit rauszuhelfen, etwa in Lüneburg. Das ist ein erster Weg, dass sich die Studierenden selber bemühen, um junge Leute, die in Herkunftsländern schon ein Studium aufgenommen haben, und die das aufgrund ihrer Lage erstmal nicht weitermachen können.

Was können Studierende tun?

Durchaus auch von Mensch zu Mensch helfen, einzelne ansprechen. Wo sind Menschen mit Fluchterfahrung, die weitermachen möchten, wie können wir ihnen Teilnahme an Kursen an der Uni ermöglichen? Sie können zum Beispiel beim Deutschlernen helfen.

An der Hildesheimer Universität begleiten seit Sommersemester im „Schnupperstudium” einige Lehrende und Studierende junge Erwachsene mit Fluchterfahrung, zeigen den Campus, beraten bei der Suche nach Seminaren. Einige Studenten haben Tandems gebildet, um mit den Flüchtlingen auch an der Alltagssprache zu arbeiten, was man in üblichen Sprachkursen nicht lernt. In Seminaren hat man es dann aber mit Fachsprache zu tun…

Natürlich ist die fachspezifische Frage eine große Herausforderung. Ich habe das selber kennengelernt, habe in den Vereinigten Staaten gelebt. Als ich dort schwanger wurde und ein Kind bekommen habe und Kinderarztbesuche machen musste, hat mir das Vokabular für Kinderkrankheiten völlig gefehlt. Wie viel schwieriger muss es sein, wenn man Physik, Chemie oder vergleichende Literaturwissenschaft studiert und es fehlt einem das Vokabular für genau diesen Bereich? Da reicht nicht mehr der Wortschatz, um Brötchen einzukaufen und sich mit Nachbarn unterhalten zu können. Das ist eine große Herausforderung – vor der stehen wir in Niedersachsen auch in den Gymnasien. Es gibt jetzt einige Gymnasien, an denen Sprachlernklassen eingerichtet wurden. Früher war das mehr an Hauptschulen, Gesamtschulen. Die Lehrer an den gymnasialen Sprachlernklassen sagen, es ist wahnsinnig schwierig, dass Fachvokabular für Kunstunterricht genau so drauf zu haben wie für Mathematik. Das ist eine große, große Herausforderung. Wenn es gelingt, profitieren wir alle davon.

Wer sollte dabei mitwirken?

Wir haben viel zu tun, alle. Das schafft die Politik alleine nicht. Da können alle Studierenden mithelfen.

Sie sprechen die Studierenden an – an der Universität Hildesheim arbeiten einige im Theater und in den szenischen Künsten mit Flüchtlingen zusammen (etwa die Gruppe Voll:milch oder das Türkisch-Deutsche Theater). Im musikalischen Bereich befassen sich Forscher und angehende Lehrerinnen und Lehrer am Center for World Music mit kultureller Vielfalt. Ist das auch ein Weg, sich künstlerisch zu begegnen?

Ich glaube sogar, dass künstlerische Ausdrucksformen ganz besonders geeignet sind, um Menschen, die Flucht, Vertreibung und viele Gräuel erlebt haben, sozusagen das Leben zu erleichtern und einen Zugang zu einer neuen Gemeinschaft zu finden. Das geht von Ausdruckstanz bis zur Malerei. Es gibt inzwischen auch einige fotografische Projekte mit Flüchtlingen. Diese künstlerischen Ausdrucksformen sind glaube ich besonders gut, weil sie an die Seele gehen und man nicht viele Worte braucht.

Vielen Dank für das Gespräch.

Über die Konferenz: Recht auf Bildung

An der Universität Hildesheim diskutierten am 23. und 24. April 2015 Fachleute über das Menschenrecht auf Bildung und seine Umsetzung in Deutschland sowie über den Bildungserfolg von Kindern in der Migrationsgesellschaft, der auch vom Rechtsstatus abhängt. Etwa 160 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis nahmen teil, darunter Studierende, Flüchtlinge und zivilgesellschaftlich Aktive aus Bremen, Hildesheim, Hannover und Berlin sowie die Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe des Landes Niedersachsen. Es sei dringend notwendig, „konsequent weiter an der Herstellung von Chancengleichheit in der deutschen Migrationsgesellschaft zu arbeiten”, sagt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Viola Georgi (mehr im Interview, Mediendienst Integration). Organisiert wurde die Konferenz vom „Zentrum für Bildungsintegration – Diversity und Demokratie in Migrationsgesellschaften” und dem Institut für Sozial- und Organisationspädagogik der Universität Hildesheim in Kooperation mit der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und dem Deutschen Institut für Menschenrechte. Am Zentrum für Bildungsintegration arbeiten mehrere Wissenschaftler im Schwerpunkt „Bildungsteilhabe von Flüchtlingen” zusammen. Wie Kinder und Erwachsene die deutsche Sprache als zweite Sprache erlernen, etwa in Sprachlernklassen und Integrationskursen, untersucht ein Team um Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Gerade haben sich junge Menschen, die erst seit etwa zwei Jahren in Deutschland leben, zusammen mit Lehramtsstudierenden und Studierenden des Masterstudiengangs DaZ/DaF auf das Deutsche Sprachdiplom vorbereitet. Dabei arbeitet die Uni mit der berufsbildenden Walter-Gropius-Schule und dem Niedersächsischen Landesinstitut für Qualitätsentwicklung zusammen. Als Ergebnis für die mündlichen Prüfungen haben alle Lerner in den mündlichen Prüfungen ein „bestanden“ erreicht, und zwar auf den Niveaustufen B1 und A2.

 

Einen Nachbericht zur Konferenz lesen Sie auf der Internetseite www.uni-hildesheim.de zum Wochenende.

Medienkontakt: Pressestelle der Universität Hildesheim (Isa Lange, presse@uni-hildesheim.de, 05121.883-90100)
Von: Pressestelle, Isa Lange

 

Übernommen von hier.